Ausbesserungswerk Kesselhaus Offenburg

Industriedenkmal Kesselhaus Offenburg

Seit dem Jahr 2000 hat eine Initiative daran gearbeitet, das Ausbesserungswerk der Eisenbahn in Offenburg zu erhalten, das unter Ensemble- und Einzeldenkmalschutz stehende Werksensemble stammt aus der Gründerzeit vor.
Von den Gebäuden auf dem Gelände wurde das über 100 Jahre alte Kesselhaus Offenburg schließlich von einer Firma umgebaut: Im Januar 2009 zogen die zuvor auf mehrere Gebäude in Offenburg verteilten Mitarbeiter der Unternehmensgruppe Tema in das Kesselhaus des ehemaligen Bahn-Ausbesserungswerks. Dort arbeiteten dann rund 100 Mitarbeiter, die zuvor auf mehrere Gebäude in Offenburg verteilt waren. Tema bietet Handys und Mobilfunkverträge an, zum Beispiel in Anzeigen oder Direktmarketing. Die Firma ist zwölf Jahre alt, die Gründer des Handyservice Offenburg sind Sven Grathwohl, Christian Funk, Dietmar Funk und Rainer Groß.
Am Samstag, 2. Juli, konnte beim „Tag der Architektur 2011“ das Industriedenkmal besichtigt werden. Architekt Gunnar Lehmann und Claudia Wöllner von der Bauherrin Firma Tema führten durch das Gebäude. Lehmann erläuterte unter anderem, das die alten Fenster restauriert und damit erhalten wurden und dahinter Isolierverglasung angebracht worden sei. Die Wände des Gebäudes seien bis zu 1,5 Meter dick, die „wilhelminische Architektur ein Abenteuer für einen Architekten“. Fahrstuhl und Treppe wurden sozusagen „freischwebend“ eingebaut, innen beherbergt ein moderner Kubus Büroräume. Das Dach blieb eine Nieten-Stahl-Konstruktin. Innen wurden viele Leichtbauwände erstellt, gleichzeitig wurde dafür gesorgt, dass das alte Mauerwerk der äußeren Wände sichtbar blieb. Die Gebäudetechnik ist modern: Laut Gunnar Lehmann gibt es ein Heiz-Kühlungssystem über Grundwasserbrunnen. Außerdem hat das Gebäude Lüftungsklappen, die nachts automatisch öffnen, damit das Kesselhaus Offenburg im Sommer auskühlt. Die moderne Haustechnik entspreche „einem Standard wie beim Neubau“. Außerdem wurde ein benachbartes Trafogebäude vom Kesselhaus Offenburg in Büros umgewandelt.

Die Alte Turbinenhalle und das Trafogebäude erinnern an Offenburgs Tradition als Eisenbahnerstadt und sind die letzten Überbleibsel des großen Bahnausbesserungswerks in dem in den besten Zeiten 1400 Menschen Arbeit fanden. „Das Eingangsfoyer bleibt über die gesamte Gebäudehöhe offen und macht die Veränderung und das Neue eindrucksvoll erlebbar“, wurde in einer Beschreibung zum Tag der Architektur erklärt.

Die Umnutzung von Industriedenkmälern stellt laut Architekten Lehmann eine besondere Herausforderung dar. Die Umnutzung und der Erhalt dieser Denkmäler erfordert vom Bauherren und den Planern Kreativität und Mut. In die ehemalige Turbinenhalle der Ausbesserungswerke der Deutschen Bahn aus dem Jahr 1886 ist eine flexible Verwaltungsstruktur integriert, die den Ansprüchen an moderne Büroarbeitsplätze gerecht wird. Die Nord – und Südfassaden ist denkmalgerecht saniert, Sonnenschutz und Klimastabilität werden über innenliegende Kastenfenster gelöst. In die Ost- und Westfassade sind moderne raumhohe Fenster mit Lüftungsflügeln zur Nachtauskühlung integriert. Das Eingangsfoyer bleibt über die gesamte Gebäudehöhe offen und macht die Veränderung und das Neue eindrucksvoll erlebbar.

Die Projektdaten laut Lehmann Architekten: Bürogebäude Kesselhaus; Bauherr: tema GmbH & Co.KG; Standort: Am Alten Ausbesserungswerk in Offenburg;e Planung: 2006 Ausführung: 2007 – 2008 Bruttogeschossfläche: 1500 qm Bruttorauminhalt: 6000 cbm Baukosten: 4.700.000 Euro.
Dieser Artikel über das Industriedenkmal Kesselhaus Offenburg ist vom Rechtsanwalt Offenburg in­i­ti­ie­rt worden.

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