Pfrimmtalviadukt bei Marnhein – Marnheimer Brücke

Der Pfrimmtalviadukt – Überreste der Vergangenheit aus dem Dampflokomotiven Zeit

Für die alten Dampflokomotiven war es nicht leicht, das Pfrimmtal einfach zu durchqueren, zumal auch die Pfrimm die damalige Trasse kreuzte. So erbaute man zwischen 1872 und 1874 den Pfrimmtalviadukt. Bei seiner Fertigstellung war der Viadukt 30 Meter hoch und ca. 230 Meter lang.

Gründe für die lange Bauzeit des Primmtalviaduktes

Die lange Bauzeit ergab sich aus den Folgen des preussisch-österreichischen Krieges, aus Debatten über die Finanzierung und einer sehr späten Fertigstellung des Teilabschnittes zwischen Alzey und Kirchheim-Bolanden. Damit war nun endlich die Eisenbahnlinie von Mainz über Alzey, Kaiserslautern und Saarbrücken nach Frankreich entlang der alten Kaiserstraße fertiggestellt. Der Pfimmtalviadukt bestand aus einem Gitterwerk, dessen Pfeiler von Pfahlgründungen getragen wurden. Die beiden Widerlager wurden aus Ziegeln gemauert und mit Erddämmen versehen. Lange Zeit war der Viadukt ein wichtiger Bestandteil der Bahnlinie nach Frankreich.

Das Ende des Pfimmtalviaduktes

Gegen Ende des zweiten Weltkrieges, genauer gesagt am 20. März 1945, sprengten die deutschen Truppen auf Ihrem Rückzug den Viadukt. Zwar gab es später Pläne, den Pfrimmtalviadukt wieder aufzubauen, aber alle alle Bemühungen zum Wiederaufbau oder einer Trassenverlegung scheiterten an den hohen Kosten dieser Projekte. Außerdem hatte die Bahn den fehlenden Teilabschnitt durch Buslinien ersetzt. Im Zuge der Verlegung der Bundesstraße 47 wurde leider auch der nördliche Bahndamm abgetragen. Dadurch steht nun dieser Teil des Viaduktes frei. Bei einem Blick zum südlichen Teil kann man den ehemaligen Trassenverlauf noch anhand der Baumlinie erahnen. Die Reste des Pfrimmtalviaduktes, umgangssprachlich auch als Mannheimer Brücke bezeichnet, bilden heute das Tor zum Zellertal und sind unter Denkmalschutz gestellt worden. Allerdings wird der Abschnitt zwischen Alzey und Kirchheim-Bolanden seit 1999 wieder an Wochenenden von der „Eurobahn“-Gesellschaft mit restaurierten Dampfloks als Touristenattraktion betrieben. Jedoch wird es keine reguläre Nutzung geben, weil inzwischen die  alten Bahnhöfe entweder verkauft wurden oder neu gebaut werden müssten.

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