Schiffshebewerk Rothensee

Damit für den Schiffsverkehr der Höhenunterschied zwischen zwei Kanälen überwunden werden kann, bedarf es einer ausgefeilten Technik. Das Schiffshebewerk Rothensee bei Magdeburg veranschaulicht diese eindrucksvoll. Seit 1938 befördert es Schiffe zwischen dem Mittellandkanal und der Elbe.

Schiffshebewerk Rothensee: über siebzigjährige industrie Geschichte

Sowohl die Elbe als auch der Mittellandkanal sind seit langer Zeit wichtige Transportwege. Schon früh machten sich Planer deshalb Gedanken darüber, wie der Höhenunterschied von etwa 16 Metern überwunden werden kann. Im Jahr 1938 wurde dann das Schiffshebewerk Rothensee realisiert, mit dem in der Folgezeit zuverlässig Hunderttausende Schiffe versetzt wurden. Erst in den frühen Achtzigern musste es generalüberholt werden, danach nahm es den Betrieb wieder auf.

Die Technik des Schwimmerhebewerks

Das Besondere am Schiffshebewerk ist die heutzutage unübliche Technik der Schwimmträger. Die nun verbreitete Technologie der Schleusen konnte damals noch nicht umgesetzt werden. So ist das Denkmal bei Magdeburg Anziehungspunkt für all jene, die sich für Technikgeschichte interessieren. Zentral hierbei sind ein Trog, auf dem das Schiff abgesetzt wird, sowie zwei große Tauchschwimmträger darunter. Diese beiden Träger sind je nach Tauchtiefe mit einem bestimmten Anteil an Druckluft gefüllt, sodass das Schiff darauf sicher schweben kann. Mit vier Gewindespindeln erfolgt die Bewegung. Dank der Schwimmträger muss nur eine vergleichsweise geringe Kraft angewandt werden. Insgesamt können so Schiffe bis zu einer Schwere von eintausend Tonnen transportiert werden.

Bürgerliches Engagement rettet das Schiffshebewerk Rothensee

2005 ereilte die Freunde des Schiffsgebewerks eine Hiobsbotschaft: Der Bund als Träger des Bauwerks plante die Schließung und setzte sie ein Jahr später in die Tat um. Seit 2003 gibt es nämlich mit der Schleuse Rothensee eine kostengünstige und moderne Alternative, das Schiffshebewerk schien überflüssig. In der Region regte sich aber massiver Widerstand, der auch von der Magdeburger Stadtspitze unterstützt wurde. Das Hauptargument war, dass ein solches technisches Denkmal erhalten werden müsse. Das Engagement zeitigte Erfolg, Ende des Jahres 2012 soll das Schiffshebewerk wieder in Betrieb genommen werden. Eigentümer bleibt der Bund, für die Benutzung zeichnet sich die Stadt Magdeburg verantwortlich.

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